Geschichte-R4/eine Ära (1965–2001)

Die R4:   Staatliche Realschule für Knaben (1965 – 2001)

Von Anfang an war das neue Schulhaus voll ausgelastet: 12 Klassen, 383 Schüler, in den drei Eingangsklassen saßen jeweils 42 Schüler. Das Lehrerkollegium zählte 20 hauptamtliche Lehrkräfte, darunter drei Damen, und zwei nebenamtliche.

Am 10. Oktober 1966 wurde die neue Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben, während sich die Fertigstellung des Sportstadions noch bis zum Schuljahr 1968/69 in die Länge zog und die Einweihung erst am 17. Mai 1970 stattfand.

Die nächsten Jahre blieben geprägt von Lehrermangel, hohen Schülerzahlen und damit verbundenen Klassenstärken sowie Raumproblemen, denn bereits nach zwei Jahren gab es mehr als die vorgesehenen 12 Klassen. Immer mehr Fachräume mussten im Laufe der Zeit zu Klassenzimmern umgewandelt werden. Im Schuljahr 1972/73 zählte eine 7. Klasse heute völlig unglaubliche 53 (!) Schüler. Wanderklassen ohne eigenes Klassenzimmer mussten gebildet werden.

Mit Wirkung vom 1. Februar 1976 ging Realschuldirektor Rudolf Farker in den Ruhestand, seine Nachfolge als „Realschulrektor“ trat Andreas Schneider an.

Zu dieser Zeit befürworteten maßgebliche Politiker den Bau eines groß angelegten Schulzentrums, unter dessen Dach Mädchen- und Knabenrealschule wieder vereinigt werden sollten. Bis zu einer ernsthaften Planung gediehen diese Vorstellungen allerdings nicht. Statt dessen setzte sich der Vorschlag eines Erweiterungsbaues der Knabenrealschule durch.schulhausanbau_1982

Am 16. Oktober 1978 erfolgte die Genehmigung durch die Regierung, und am 12. März 1979 wurde mit dem Erweiterungsbau begonnen. Bereits am 27. Juli 1979 feierte man Richtfest. Laut Zeitplan sollten die neuen Räume im Dezember fertig sein. Die Fertigstellung zögerte sich allerdings hinaus, sodass zu Beginn des Schuljahres 1979/80 die Raumnot ihren Höhepunkt erreichte: 18 Klassen mit 574 Schülern belegten ein Haus, das für 12 Klassen ausgelegt war. Mit 24 hauptamtlichen Lehrkräften war auch die Lehrerversorgung alles andere als üppig. Zu Beginn des Schuljahres 1980/81 waren die neuen Räume wenigstens insoweit fertig, dass darin Unterricht für die nunmehr 19 Klassen erteilt werden konnte. Die endgültige Fertigstellung und die Umbauarbeiten zogen sich noch zwei volle Schuljahre hin bis in den Sommer 1982. Am 16. Juli 1982 schließlich – dreieinhalb Jahre nach Baubeginn – fand die Einweihung dieser zweiten Baumaßnahme statt.

Mit dem Ablauf des Schuljahres 1986/87 trat Realschulrektor Andres Schneider in Ruhestand, zum neuen Schulleiter wurde der bisherige Realschulkonrektor Roland Marx bestimmt. Bald schon sollte sich eine unumgängliche dritte Baumaßnahme anschließen, da sich die Flachdächer von 1963 als irreparabel undicht erwiesen. Folglich wurde 1991 mit „Umbau,  Aufstockung und Dachsanierung“ begonnen. Eine eigene Schulküche sollte die Arbeitsbedingungen im Fach Hauswirtschaft verbessern, da die Kollegin bisher zum praktischen Unterricht (Kochen) an die benachbarte Mädchenrealschule ausweichen musste. Außerdem war ein neuer Musik- und Mehrzwecksaal geplant. Im Lehrerzimmer wurde eine Zwischenwand entfernt, um allen Kollegen einen angemessenen Platz zu sichern, und ein neuer Arbeits- und Silentiumraum wurde errichtet. Doch wieder kam es zu Verzögerungen, sodass die Einweihung erst am 19. Juli 1993 stattfinden konnte. Am 30. April 1994 war die interessierte Öffentlichkeit zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb Realschulrektor Roland Marx am 23.11.1993, Realschulkonrektor Eduard Hanauer übernahm die kommissarische Leitung der Schule, bis zu Beginn des Schuljahres 1994/95 mit Realschulrektor Arnold Graf ein neuer Schulleiter seinen Dienst antrat.

Nach Abschluss des erfolgreichen Schulversuchs zur R6 wurde die flächendeckende Einführung der sechsstufigen Realschule ab dem Schuljahr 2000/01 beschlossen. Die Pläne zur Einführung der R6, also der sechsstufigen Realschule mit Beginn ab der 5. Jahr- gangsstufe, hatten in der Schullandschaft und der Öffentlichkeit heftige Kontroversen ausgelöst, ein Volksbegehren vom Winter 2000/01 gegen diese Schulreform war gescheitert.

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Die an den meisten Realschulen erst noch zu schaffenden räumlichen Voraussetzungen waren der Grund dafür, dass die R6 nicht überall zum gleichen Zeitpunkt eingeführt werden konnte. An der Staatlichen Realschule für Knaben Neumarkt startete die R6 im Schuljahr 2001/02, nach Abschluss der erforderlichen vierten Baumaßnahme.

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